Der Zylinderblock des Motors ist aus Gusseisen gegossen.
Das Gussstück wird zur Beseitigung der Wärmespannungen einer künstlichen Alterung unterzogen, was es dem Block ermöglicht, im Betrieb die richtigen geometrischen Formen und Abmessungen beizubehalten.
Zwei Reihen von Halbblöcken für die Zylinderlaufbuchsen, die einstückig mit dem oberen Teil des Kurbelgehäuses gegossen sind, sind unter einem Winkel von 90° zueinander angeordnet.
Die linke Reihe der Bohrungen für die Laufbuchsen ist gegenüber der rechten um 29,5 mm nach vorn (zum Lüfter) versetzt, was durch die Installation von zwei Pleuelstangen an jedem Pleuelzapfen der Kurbelwelle bedingt ist.
Jede Bohrung hat zwei koaxiale zylindrische Öffnungen, die im oberen und unteren Gurt des Blocks ausgeführt sind, durch die die Zylinderlaufbuchsen zentriert werden, und Ausdrehungen im oberen Gurt, die ringförmige Auflageflächen für die Bunde der Laufbuchsen bilden.
Um einen korrekten Sitz der Laufbuchse im Block zu gewährleisten, werden die Parameter der Ebenheit und Rechtwinkligkeit der Anlagefläche unter dem Bund der Laufbuchse gegenüber der Achse der Zentrierbohrungen mit hoher Genauigkeit ausgeführt.
Auf dem unteren Gurt sind zwei Nuten für die Dichtungsringe ausgeführt, die das Eindringen von Kühlflüssigkeit aus dem Kühlraum des Blocks in den Raum der Ölwanne des Motors verhindern.
Die Bossen der Öffnungen für die Schrauben zur Befestigung der Zylinderköpfe sind als Angüsse an den Querwänden ausgeführt, die den Kühlmantel bilden, und sind gleichmäßig um jeden Zylinder verteilt.
Der Kurbelgehäuseteil des Blocks ist mit den Deckeln der Hauptlager durch Haupt- und Spannschrauben verbunden.
Die Zentrierung der Deckel der Hauptlager erfolgt durch horizontale Stifte 8 (Abbildung 1), die an der Stoßstelle zwischen dem Block und den Deckeln eingepresst sind, aber größtenteils in den Block eintreten, um ihr Herausfallen beim Abnehmen der Deckel zu verhindern.
Außerdem wird der Deckel des fünften Hauptlagers in Längsrichtung durch zwei vertikale Stifte zentriert, die die Genauigkeit der Übereinstimmung der Bohrungen für die Anlaufhalbringe der Kurbelwelle am Block und an den Deckeln gewährleisten.
Die Reihenfolge des Anziehens der Befestigungsschrauben der Deckel der Hauptlager entspricht dem Artikel — «Anziehdrehmomente der Befestigungselemente des Dieselmotors».
Die Ausdrehung des Zylinderblocks für die Lagerschalen der Hauptlager erfolgt im Zusammenbau mit den Deckeln, daher sind die Deckel der Hauptlager nicht austauschbar und werden in einer streng bestimmten Position installiert.
Auf jedem Deckel ist die Ordnungsnummer des Lagers angebracht, deren Nummerierung von der vorderen Stirnfläche des Blocks beginnt.
Im Kurbelgehäuseteil der Mittelpartie des Zylinderblocks sind in Form von Bossen die Führungen der Ventilstößel ausgeführt.
Näher zur hinteren Stirnfläche, zwischen dem vierten und dem achten Zylinder, ist zur Verbesserung der Kühlmittelzirkulation ein Umgehungsrohr des Kühlraums ausgeführt.
Gleichzeitig verleiht es dem Block zusätzliche Steifigkeit.
Parallel zur Achse der Bohrungen für die Kurbelwellenlager sind Bohrungen für die Buchsen der Nockenwelle in vergrößerter Abmessung ausgeführt.
Die Durchmesser der Ölkanäle im Zylinderblock sind vergrößert.
Im unteren Teil der Zylinder sind einstückig mit dem Block Bossen für die Kolbenkühldüsen gegossen.
Zwecks Installation des Filters mit Wärmetauscher am Block ist auf der rechten Seite, im Vergleich zum Motor 740.10, die Plattform unter dem Filter vergrößert, zwei zusätzliche Befestigungsöffnungen und eine Ablassöffnung aus dem Filter eingeführt.
Die Zylinderlaufbuchsen (Abbildung 2) sind vom «nassen» Typ, leicht abnehmbar und tragen die Kennzeichnung 740.50-1002021 am konischen Teil unten an der Laufbuchse.
Der Einbau von Laufbuchsen mit einer anderen Kennzeichnung ist nicht zulässig wegen des entstehenden Kontakts mit der Pleuelstange.
Die Laufbuchsen der Motoren 740.50-360 und 740.51-320 unterscheiden sich durch eine um 3 mm geringere Höhe von den Laufbuchsen anderer Modelle der KAMAZ-Motoren der Abmessung 120×120.
Die Zylinderlaufbuchse wird aus grauem Spezialgusseisen hergestellt, das durch Volumenhärtung verfestigt ist.
In der Verbindung Laufbuchse — Zylinderblock ist der Kühlraum durch Rundgummidichtungen abgedichtet.
Im oberen Teil ist der Ring 5 in der Nut der Laufbuchse installiert; im unteren Teil — zwei Ringe 4 in den Bohrungen des Zylinderblocks.
Das Mikrorelief auf dem Spiegel der Laufbuchse stellt ein spärliches Netz von Vertiefungen und Plattformen mit kleinen Riefen im Winkel zur Achse der Laufbuchse dar.
Beim Betrieb des Motors wird das Öl in den Vertiefungen gehalten, was die Einlaufbarkeit der Teile der Zylinder-Kolben-Gruppe verbessert.
Beim Zusammenbau des Motors werden auf dem nicht arbeitenden Vorsprung der Stirnfläche der Laufbuchse die Nummer des Zylinders und der Index der Ausführungsvariante des Kolbens angebracht.
Der Aggregateantrieb (Abbildung 3) erfolgt durch geradverzahnte Zahnräder und dient dem Antrieb des Ventilsteuermechanismus, der Hochdruck-Kraftstoffpumpe, des Kompressors und der Servolenkungspumpe des Fahrzeugs.
Der Ventilsteuermechanismus wird vom Zahnrad 10, das auf dem Kurbelwellenhals installiert ist, über den Block der Zwischenräder angetrieben, die auf zwei Reihen von Rollen 3 drehen, die durch die Zwischenbuchse 4 getrennt und auf der Achse 1 angeordnet sind, die an der hinteren Stirnfläche des Zylinderblocks befestigt ist.
Auf das Ende der Nockenwelle ist ein Zahnrad aufgepresst, dessen Winkelstellung gegenüber den Nocken der Welle durch die Passfeder bestimmt wird.
Das Zahnrad 15 des Antriebs der Hochdruck-Kraftstoffpumpe (HD-Kraftstoffpumpe) ist auf der Welle 13 des HD-Kraftstoffpumpenantriebs installiert und wird durch die Passfeder 14 fixiert.
Die Zahnräder werden am Motor in einer streng bestimmten Position nach der Markierung «0» am Antriebsrad des Nockenwellenantriebs, der Markierung «E» am Antriebsrad der HD-Kraftstoffpumpe und den auf den Zahnrädern eingeschlagenen Riefen installiert, wie in Abbildung 3 dargestellt.
Der Antrieb der HD-Kraftstoffpumpe erfolgt vom Zahnrad 15, das mit dem Zahnrad der Nockenwelle in Eingriff steht.
Die Drehung von der Welle zur HD-Kraftstoffpumpe wird über die treibende und die getriebene Halbkupplung mit elastischen Platten übertragen, die die Nichtflucht der Installation der Wellen der HD-Kraftstoffpumpe und des Zahnrads kompensieren.
Mit dem Antriebsrad der HD-Kraftstoffpumpe stehen die Antriebsräder des Kompressors und der Servolenkungspumpe in Eingriff.
An der hinteren Stirnfläche des Zylinderblocks ist das Aggregatgehäuse befestigt. Im oberen Teil des Aggregatgehäuses befinden sich Bohrungen, in die der Kompressor und die Servolenkungspumpe installiert werden.
An den Seiten des Aggregatgehäuses sind Bossen mit Öffnungen für den Ölabfluss aus den Turboladern und einer Öffnung für den Ölmessstab ausgeführt.
Der Aggregateantrieb ist durch das Schwungradgehäuse verschlossen, das an der hinteren Stirnfläche des Zylinderblocks durch das Aggregatgehäuse befestigt ist.
Am Schwungradgehäuse rechts ist ein Platz für die Installation der Schwungradsicherung vorgesehen, die zur Einstellung des Kraftstoffeinspritzbeginns und zur Einstellung der Wärmespiele im Ventilsteuermechanismus verwendet wird.
Der Griff der Sicherung muss während des Motorbetriebs in der oberen Position sein.
In die untere Position wird er bei Einstellarbeiten gebracht; in diesem Fall steht die Sicherung mit dem Schwungrad in Eingriff.
Im oberen Teil des Schwungradgehäuses ist eine Bohrung ausgeführt, in die das Gehäuse des hinteren Lagers installiert wird.
Unten im linken Teil des Gehäuses befindet sich eine Bohrung, in die der Starter installiert wird. In der Mitte des Gehäuses ist eine Bohrung für die Dichtung der Kurbelwelle ausgeführt.
Im oberen Teil des Gehäuses links ist ein Anguss ausgeführt, der für die Installation des Zapfwellengetriebes (ZWG) bestimmt ist. Bei Fehlen des ZWG werden die Innenflächen des Angusses nicht bearbeitet.
Der hintere Flansch des Schwungradgehäuses ist mit Anschlussmaßen nach SAE1 ausgeführt.
