Zerlegen und Fehlerdiagnose der Kurbelwelle ZMZ-402

Das Zerlegen des Motors haben wir im Artikel „Zerlegen des Motors“ betrachtet. Dort haben wir gesehen, wie die Kurbelwelle abgenommen wird. Nun betrachten wir, wie die Kurbelwelle selbst zerlegt und fehlerdiagnostiziert wird.

Vor dem Zerlegen der Kurbelwelle ist sie mit Benzin zu waschen und zu trocknen.

Die Kurbelwelle begutachten.

Sind Risse oder starke Fressspuren vorhanden, ist die Kurbelwelle nicht instandsetzbar.

Wir zerlegen die Kurbelwelle sowohl zum Austausch als auch zum Ausbohren.

Kurbelwelle montiert mit ihrem Antriebsrad
Gesamtansicht der Welle vor dem Zerlegen: Antriebsrad und Anlagscheibe sind noch montiert

Mit einem dreiamigen Abzieher pressen wir das Antriebsrad zusammen mit der Anlagscheibe ab.

Abzieher am Antriebsrad
Der Abzieher greift das Rad an drei Punkten, um es ohne Verkanten abzunehmen

Die Anlagscheibe hat eine Fase; beim Zusammenbau muss die Scheibe mit der Fase zum Gegengewicht der Kurbelwelle hin montiert werden.

Anlagscheibe mit Fase
Die Fase der Scheibe muss zum Gegengewicht zeigen – das ist beim Wiedereinbau wichtig

Mit einem dünnen Meißel treiben wir den Passfederkeil des Rades aus.

Meißel am Passfederkeil des Rades
Der Keil wird mit einem dünnen Meißel ausgetrieben, um die Nut der Welle nicht zu beschädigen

Wir nehmen die Anlagscheiben zur Begrenzung des Axialspiels der Kurbelwelle ab.

Die vordere Scheibe wird von zwei Stiften gegen Verdrehen gehalten.

Vordere Anlagscheibe mit ihren Stiften
Zwei Stifte halten die vordere Scheibe gegen Verdrehen

Ein Stift ist im Block montiert, der andere am Deckel des ersten Hauptlagers.

Stift am Deckel des ersten Hauptlagers
Der zweite Stift befindet sich am Deckel des ersten Hauptlagers

Den rechteckigen Ansatz der hinteren Scheibe setzen wir in die Nut auf der anderen Seite des Deckels des ersten Hauptlagers ein.

Sind an den Haupt- und Pleuelzapfen leichte Riefen, Kratzer, Fressspuren vorhanden oder übersteigt die Ovalität der Zapfen 0,01 mm, müssen die Zapfen auf das Reparaturmaß geschliffen werden.

Nach dem Schleifen sind die Zapfen zu polieren.

Die scharfen Kanten der Fasen der Ölkanäle werden mit einem Schleifkegel abgerundet.

Die Reparaturmaße der Wellenzapfen sind in der Tabelle angegeben.

Nenn- und zulässige Höchstmaße des Motors Mod. 402

Nenn- und zulässige Höchstmaße des Motors Mod. 402
Teilebezeichnung Nenndurchmesser, mm Bezeichnung der Paarungsteile Nenndurchmesser, mm
Kurbelwelle 64,0−0,02 Lagerschalen der Hauptlager 68,5+0,019 − 2 (2,25−0,01)
68,5+0,019 − 2 (2,25−0,017)
1. Reparaturmaß
63,75−0,02
1. Maß
68,5+0,019 − 2 (2,375−0,01)
68,5+0,019 − 2 (2,375−0,017)
2. Reparaturmaß
63,5−0,02
2. Maß
68,5+0,019 − 2 (2,5−0,01)
68,5+0,019 − 2 (2,5−0,017)
3. Reparaturmaß
63,25−0,02
3. Maß
68,5+0,019 − 2 (2,265−0,01)
68,5+0,019 − 2 (2,265−0,017)
Kurbelwelle 58,0−0,02 Lagerschalen der Pleuellager 61,5+0,019 − 2 (1,75−0,005)
61,5+0,019 − 2 (1,75−0,012)
1. Reparaturmaß
57,75−0,02
1. Maß
61,5+0,019 − 2 (1,875−0,005)
61,5+0,019 − 2 (1,875−0,012)
2. Reparaturmaß
57,5−0,02
2. Maß
61,5+0,019 − 2 (2,0−0,005)
61,5+0,019 − 2 (2,0−0,012)
3. Reparaturmaß
57,25−0,02
3. Reparaturmaß
61,5+0,019 − 2 (2,125−0,005)
61,5+0,019 − 2 (2,125−0,012)
Lager des Vorderendes der Getriebe-Eingangswelle 40,0−0,011 Kurbelwelle 40,0−0,012
40,0−0,028
Schwungrad 122,0+0,04 Kurbelwelle 122,0−0,028
Schwungrad 320,0+0,64
320,0+0,54
Zahnkranz 320,0+0,15
Kurbelwelle 38,0+0,05
Länge des ersten Hauptzapfens
Lagerstuhl des 1. Hauptlagers und Anlagscheiben 33,0−0,05 + 2,5−0,05 + 2,35 ± 0,025
Breite des Lagerstuhls + Dicke der Scheiben
Kurbelwelle 38,0+0,02
38,0+0,003
Riemenscheibennabe 38,0+0,007
38,0−0,02
Kurbelwellen-Riemenscheibe 57,0+0,06 Riemenscheibennabe 57,0−0,06
Kurbelwelle 40,0+0,027
40,0+0,009
Kurbelwellenzahnrad 40,0+0,027
Kurbelwelle 40,0+0,027
40,0+0,009
Anlagscheibe 40,0+0,25
40,0+0,08

Passung der Paarungsteile der Kurbelwelle

Passung der Paarungsteile der Kurbelwelle
Teilebezeichnung Spiel, mm Übermaß, mm
min max min max
Kurbelwelle (Nennmaß)0,020,073——
1. Reparaturmaß0,020,073——
2. Reparaturmaß0,020,073——
3. Reparaturmaß0,020,073——
Kurbelwelle (Pleuel)0,010,063——
1. Reparaturmaß (Pleuel)0,010,063——
2. Reparaturmaß (Pleuel)0,010,063——
3. Reparaturmaß (Pleuel)0,010,063——
Lager des Vorderendes der Eingangswelle——0,0010,028
Schwungrad (am Zapfen)00,068——
Schwungrad (am Zahnkranz)——0,390,64
Kurbelwelle (axial)0,1250,325——
Kurbelwelle (Riemenscheibennabe)—0,04—0,004
Kurbelwellen-Riemenscheibe00,12——
Kurbelwelle (Zahnrad)—0,018—0,027
Kurbelwelle (Anlagscheibe)0,0530,241——

Nach dem Ausbohren drehen wir die Verschlussstopfen der Kurbelwellenkanäle heraus.

Wir spülen die Kanäle mit Dieselkraftstoff oder Kerosin und blasen sie mit Druckluft aus.

Verschlussstopfen der Kurbelwellenkanäle
Nach dem Spülen der Kanäle werden die Stopfen wieder eingedreht

Wir drehen die Stopfen ein und ziehen sie mit 38–42 N·m (3,8–4,2 kgf·m) an.

Verkörnen der Stopfenränder mit einem Körner
Die Ränder der Stopfen werden mit dem Körner verkernt, damit sie sich im Betrieb nicht lösen

Mit dem Körner ver-körnen wir die Ränder der Stopfen.

Nach dem Schleifen der Kurbelwellenzapfen sind Lagerschalen der Haupt- und Pleuellager des entsprechenden Reparaturmaßes zu montieren.

Die Lagerschalen der Hauptlager begutachten.

Sind Riefen, Fressspuren, Kratzer, Ablösungen, Einschlüsse harter Partikel usw. vorhanden, sind die Lagerschalen zu ersetzen.

Das Schwungrad begutachten.

Sind die Zähne des Schwungradkranzes beschädigt oder Fressspuren, Kratzer usw. auf der an die Mitnehmerscheibe der Kupplung anliegenden Fläche vorhanden, ist das Schwungrad zu ersetzen.

Sind am Schwungrad Risse vorhanden, ist es ebenfalls zu ersetzen.

Schwungrad mit Zahnkranz
Bei der Prüfung des Schwungrads werden die Zähne des Kranzes und die Fläche unter der Kupplungsscheibe kontrolliert

Den Kurbelwellen-Wellendichtring im Deckel der Nockenwellenräder begutachten.

Ist der Dichtring beschädigt (Risse, Ausrisse, starker Verschleiß der Dichtlippe usw.), ist er mit einem Schraubendreher aus dem Deckel zu nehmen und ein neuer einzupressen.

Bei hoher Fahrleistung wird der Austausch des Dichtrings empfohlen.

Kurbelwellen-Wellendichtring im Deckel der Nockenwellenräder
Der Dichtring wird mit dem Schraubendreher herausgenommen, der neue mit einem Dorn eingepresst

Die Stopfbuchse der hinteren Abdichtung der Kurbelwelle im Lagerstuhl des Hauptlagers und im Halter ersetzen.

Die alte Stopfbuchse entfernen und eine neue von etwa 120 mm Länge einlegen.

Die Enden der Stopfbuchse so abschneiden, dass sie 0,5–1,0 mm über die Ebene des Lagerstuhls und des Halters hinausragt. (Wird nur ausgeführt, wenn der Motor eine Stopfbuchse hat; ist ein Dichtring vorhanden, entfällt dieser Arbeitsgang — der Dichtring ist zu ersetzen.)

Dorn zum Verpressen der Stopfbuchse und Stopfbuchsenhalter
1 — Dorn zum Verpressen der Stopfbuchse; 2 — Schrauben der Stopfbuchsenhalter-Befestigung; 3 — Muttern der Hauptlagerdeckel-Befestigung; 4 — Stopfbuchsenhalter

Die Stopfbuchse verpressen: dazu den Dorn 1 in den Lagerstuhl einlegen, den Halter 4 und den Hauptlagerdeckel montieren und die Muttern 3 und Schrauben 2 anziehen.

Dorn zum Verpressen der Kurbelwellen-Stopfbuchse
Dorn zum Verpressen der Kurbelwellen-Stopfbuchse

Die Abbildung zeigt die Maße des Dorns zum Verpressen der Kurbelwellen-Stopfbuchse.

Gummidichtungen (Fähnchen)
Die Gummidichtungen 1 (Fähnchen) sind zu ersetzen

Die Gummidichtungen 1 (Fähnchen) ersetzen.

Lager des Vorderendes der Eingangswelle im hinteren Teil der Kurbelwelle
1 — Lager der Getriebe-Eingangswelle; 2 — hinterer Teil der Kurbelwelle

In die Bohrung der Kurbelwelle auf der Schwungradseite ist ein geschlossenes Lager des Vorderendes der Eingangswelle eingepresst.

Das Lager begutachten; bei festgestellten Mängeln (großes Spiel, Klemmen, Beschädigung der Schutzringe usw.) mit einem Abzieher aus der Kurbelwelle auspressen.

Ein neues Lager bündig mit der Unterkante der Fase der Bohrung in der Kurbelwelle einpressen.